wingwave®: Esoterischer Schmarrn oder doch wirksam?
Manuela Hammer • 13. April 2023

Stellen Sie sich folgende Situation vor:

Fritz, ein 28jähriger Mann, sitzt im Coachingraum auf einem Sessel und schaut geradeaus. Seine Coach sitzt ihm gegenüber und macht mit ihrer rechten Hand horizontale Winkbewegungen vor seinen Augen. Sie fragt Fritz: „Welche Bilder tauchen vor deinem inneren Auge auf?“. Mit kindlicher Stimme antwortet er: „Die Frau Lehrerin ist immer genervt, wenn ich nicht schnell genug eine Antwort sag.“ Eine Träne rinnt aus seinem linken Auge, dann seufzt er tief, atmet befreit ein und sagt: „Boah, jetzt ist mir ein tonnenschwerer Sack von meiner Brust gefallen.“


Klingt das für Sie wie eine kitschige Szene aus einer Fernsehserie mit schlechten Schauspielern? Oder nach esoterischem Unfug mit Baumumarmung nach dem gemeinsamen Schwitzzelt? Oder doch nach einem magischen Moment, der Blockaden lösen und das Leben erleichtern kann?

Willkommen in einer Szene aus einem wingwave® Coaching!


Was ist wingwave®?

Die wingwave® -Methode ist ein Kurzzeit-Coaching, das verblüffend schnell, punktgenau und anhaltend wirkt. wingwave® kommt zum Einsatz beim Abbau von jeglichem – auch körperlichem – Stress, Blockaden oder Ängsten. Also beispielsweise bei Schlafstörungen, der Konfliktbewältigung, bei Flugangst oder Lampenfieber.


Was tut wingwave® genau?

Im Laufe unseres Lebens prägen uns bestimmte Erfahrungen, Situationen, Vorbilder oder Glaubenssätze. Diese Prägungen passieren sehr oft in unserer Kindheit; im Erwachsenenalter erinnern wir uns meist gar nicht mehr bewusst daran.

Nun kann es passieren, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein – ebenfalls meist unbewusste Auslöser – unser Gehirn regelrecht blockiert und wir uns nicht so verhalten, wie wir das „normal“ tun würden. Diese Blockade kann sich vielfältig äußern, z.B. durch ungewöhnliches Verhalten, ein immer wieder ungutes Bauchgefühl in bestimmten Situationen, Verspannungen, Schlafstörungen, Ängste, Suchtverhalten, etc.

Im wingwave® Coaching spüren wir diese Blockade auf. Und wir lösen sie durch schnelle horizontale Winkbewegungen auf.


Kann wingwave® auch Positives verstärken?

Ja! wingwave® unterstützt genauso in der mentalen Vorbereitung auf wichtige Termine oder im Sport, indem bereits vorhandene Ressourcen verstärkt werden.


Welche Elemente werden bei wingwave® verwendet?

  • Zum Aufspüren der Blockade verwendet die Coach eine strukturierte Fragetechnik und ein Hineinspüren in den Körper (Bodyscan).
  • Als Kompass, um herauszufinden ob wir beim Aufspüren richtig liegen, nutzen wir den sogenannten Myostatik-Test. Das ist ein Muskeltest, bei dem am ringförmig zusammengelegten Daumen und Zeigefinger die Muskelspannung geprüft wird. Die Coach zieht an den beiden Fingern der:des Coachees und kann so Stressoren erkennen.
  • Die so erkannte Blockade wird durch ein horizontales Winken vor den Augen der:des Coachees gelöst. Diese schnellen Augenbewegungen führen zu einer bilateralen Hemisphärenstimulation, also quasi einer künstlichen REM-Schlafphase. In dieser Phase werden –bekannter weise auch im Schlaf – Vorgänge im Gehirn verarbeitet.
  • Während dieser Winke-Phase ist der:die Coachee wach, bei Bewusstsein und ansprechbar.


Jetzt mal ganz ehrlich – das soll wirklich funktionieren?

wingwave® ist seit 2006 in mehreren Ländern in 20 Hochschulstudien beforscht worden. Hierbei hat sich gezeigt, dass schon zwei Coaching-Stunden mit wingwave® beispielsweise Redeangst und Lampenfieber in Präsentations-Sicherheit und Auftrittsfreude verwandeln können oder die Fehlerquote in Tests deutlich sinkt.

Im Spitzensport wird wingwave® als Möglichkeit des Mentalcoachings ebenfalls seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt.

Wir nutzen beim wingwave® Coaching den Myostatiktest vor allem deshalb, weil er durch eine wissenschaftliche Studie als zuverlässiges Feedback-System bestätigt werden konnte. Hier wurde an der Deutschen Sporthochschule Köln für die Beforschung extra ein Gerät für die objektive Messung des Myostatiktests entwickelt.


Was bringt mir wingwave® verglichen mit einem „normalen“ Coaching?

Durch die Kombination aus der Fragetechnik und dem Myostatik-Test kommt man im wingwave® Coaching sehr schnell zum Kern der Sache, sprich der Ursache für eine aktuelle Belastung.

Dazu braucht es auch nicht unbedingt viele Worte, denn der Muskeltest zeigt uns, wenn wir auf der richtigen Spur sind.


Sie wollen mehr wissen zu Fritz, unserem Coachee im Eingangsbeispiel?

Fritz kam zu mir ins wingwave® Coaching, als er das erste Mal eine Führungsposition antrat. Ihm passierte es immer wieder, dass er sich in Meetings von Kritik seiner Mitarbeitenden aus dem Konzept bringen ließ. Ihm vielen keine Argumente ein, er konnte keinen klaren Gedanken fassen und er war regelrecht sprachlos.

Fritz konnte sich das nicht erklären, denn sonst war er ein recht selbstbewusster Mann, der seine Karriere erfolgreich vorantrieb. Er konnte keine logische Begründung dafür finden, warum ihm die Worte in diesen spezifischen Gesprächssituationen fehlten.


Im Verlauf der ersten wingwave® Sitzung landeten wir sehr schnell beim Auslöser dieses untypischen Verhaltens. Die spezifische Situation – er sitzt im Meeting mit seinen Mitarbeitenden, diese kritisieren ihn offen und verlangen schnelle Antworten von ihm – versetzten Fritz unbewusst zurück in seine Schulzeit, in der ihn eine genervte Lehrerin vor den Augen anderer unter Druck setzte.

Mit bewussten Nachdenken hätten wir diese Ursache der Blockade vielleicht nie entdeckt, zumindest nicht so schnell.

Ein längeres Winken löste die Blockade auf. Fritz wünschte sich dann für die kommenden Meetings eine Extraportion Sprachgewandtheit, die wir auch durch das Winken verstärkten.


Fritz ging wesentlich gelassener in die Meetings der bevorstehenden Arbeitswoche und er empfand die Gespräche als viel entspannter.

Er kam dann mit dem gleichen Anliegen noch zu einer zweiten wingwave® Einheit, um sein Selbstvertrauen noch weiter zu stärken.



Mehr Informationen zur Methode des wingwave® Coaching finden Sie auf https://wingwave.com/

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von Manuela Hammer 13. April 2023
Geht’s Ihnen auch so wie mir? Ist Agilität ein weiteres Schlagwort, das derzeit im firmeninternen Bullshit-Bingo dauernd vorkommt? „Wir müssen agile [sprich: aitschile] sein“ … „Wir leben eine agile Firmenkultur“ … blablabla … Und am Ende heißt das doch nur, noch flexiblere Aufgaben und noch mehr Veränderungen in noch kürzerer Zeit. Oder? Setzt man sich näher mit dem Begriff der Agilität auseinander, erkennt man den Facettenreichtum dieses Wortes – und das meine ich im Positiven. „Agile“ ist ein Prinzip, das ursprünglich aus der Software-Entwicklung kommt. Es ist eine Alternative zu gewohnten Prozessen, die mit Meilensteinen und Deadlines versehen sehr streng, eng geplant, formalistisch und dadurch einengend, frustrierend, demotivierend und innovationshemmend sein können. Das Ziel von Agilität ist, Abläufe schlanker, schneller und kundenfokussierter machen. Agilität beruht auf 4 Grundwerten: Fokus auf Individuen und Interaktionen und nicht auf Abläufe: Standards – wie Werkzeuge und Prozesse – sind wichtige Hilfen für die Qualitätssicherung. Sollte aber Neues geschaffen werden, ist es wichtiger die Erfahrungen und Beobachtungen aller im Dialog einzusammeln und so Innovation zu fördern. Fokus auf Funktionsfähigkeit und nicht Dokumentation: Produkte oder Dienstleistungen, die für die:den Kund:in sinnvoll sind und funktionieren sind wichtiger als Papierkram. Fokus auf die Zusammenarbeit mit Kund:innen und nicht Vertragsverhandlungen: Neue Dienstleistungen oder Produkte sollen der:dem Kund:in dienen, deshalb steht die enge, zeitnahe Abstimmung im Vordergrund. Fokus auf Veränderung und nicht Planungsverfolgung: „Hat der Zug Verspätung, nützt der beste Fahrplan nichts.“ Wird während der Entwicklung von neuem klar, dass andere Funktionalitäten gebraucht werden, so werden diese Umgesetzt statt am verbissen am ursprünglichen Plan festzuhalten. Fein – im betrieblichen Alltag also doch ständige Änderungen und Volatilität. Ein weiteres Stichwort, welches mir häufig begegnet. Volatilität bedeutet laut Duden: unbeständig, sprunghaft, instabil, schwankend, flüchtig, schnell. Alles Begriffe, die so manches Unternehmen von seinen Führungskräften und Mitarbeitenden verlangt – schnell auf Änderungen zu reagieren. Meiner Meinung nach braucht der Mensch (bzw. das Unternehmen) in diesen Zeiten ständiger Veränderung aber mehr als Agilität oder Volatilität – nämlich zusätzlich auch Stabilität. Um auch hier ein „sexy Fremdwort“ zu nennen: Das bezeichnet man dann als Ambidextrie . Also Beidhändigkeit, die Fähigkeit, Dinge sowohl mit der linken als auch mit der rechten Hand gleich gut zu erledigen. Übertragen also, die Kombination aus Stabilität und Agilität. Stabilität gibt uns Menschen Orientierung, Struktur und Spankraft. Agilität ermöglicht Beweglichkeit, Flexibilität und Proaktivität. Ambidextrie verbindet beide Qualitäten und ermöglicht Mitarbeitenden und Führungskräften den Aufbau des nötigen agilen Mindset. Diese innere Haltung der Wendigkeit trägt dazu bei das wir im (Berufs-)Leben handlungsfähig bleiben. Sie ermöglicht uns das gesunde Arbeiten im Spannungsfeld zwischen Agilität und Stabilität. Flexibles, pro-aktives Handeln bei gleichzeitiger konsequenter Verfolgung gesetzter Prioritäten bringen uns dann nicht mehr aus der Balance. Es gibt viele Kompetenzen, die gestärkt werden können, um den eigenen agilen Mindset zu festigen: Resilienzfähigkeit ist ein wichtiger Erfolgsfaktor neben Innovationstechniken, Vernetzung mit anderen Menschen, Neugierde und Mut. Also, kommen Sie raus aus Ihrer Komfortzone und schließen Sie Freundschaft mit der Agilität!
Meer bei Gewitterstimmung
15. Dezember 2021
Marshall Rosenberg – ein international bekannter Konfliktmediator – entwickelte die Methode der Gewaltfreien Kommunikation (GFK). Er setzt sie seit über 30 Jahren erfolgreich in gravierenden Konflikten – wie z.B. in Israel oder dem ehemaligen Jugoslawien ein, um diese gewaltfrei zu lösen. Das Konzept der Entschärfung von Missverständnissen oder Konflikten funktioniert in allen Lebensbereichen, sei es mit pubertierenden Kindern, in der Schule, im Beruf, im Freundeskreis oder in Liebesbeziehungen. Im Businesskontext werden für die Methode manchmal Begriffe wie „konstruktive Kommunikation“ oder „einfühlsame Kommunikation“ verwendet. Gewaltfreie Kommunikation dient dazu, · falsche Urteile über die:den Gesprächspartner:in (z.B. „Du kommst zu spät weil ich dir nicht wichtig bin“) und · daraus resultierende Kommunikations-Sperren (z.B. Vorwürfe) zu verhindern und · gleichzeitig eigene Anliegen dem anderen „schmackhaft“ zu machen. Gewaltfreie Kommunikation basiert auf vier Schritten. Diese sind einfach, aber nicht leicht. 1. Beobachten, ohne zu bewerten. Sagen, was ich gesehen, gehört,…habe, so als ob ich eine Situation durch das Auge einer neu­tralen Kamera schildern würde. 2. Fühlen, ohne zu interpretieren. Aussprechen, dass ich mich frustriert, allein gelassen,…. fühle. Dabei mein eigenes Gefühl be­nennen und nicht ein konkretes Verhalten interpretieren. Z.B. nicht sagen „ich fühle mich über­gangen“, denn das unterstellt meiner:m Gesprächspartner:in etwas. 3. Bedürfnisse ansprechen. Erklären, welches Bedürfnis hinter meinem Gefühl liegt. Warum fühle ich mich frustriert? Weil ich Sicherheit, Verbindlichkeit, Aufmerksamkeit, usw. brauche. Bedürfnisse sind positiv, allge­mein und unabhängig von Zeit, Ort oder bestimmten Personen. 4. Bitten, nicht drohen. Konkret formulieren, was ich jetzt gerne möchte. Mein:e Gesprächspartner:in kann auch „Nein“ sagen, ohne Angst vor Konsequenzen zu haben. Ein Beispiel dazu. 1. Wir haben ein Meeting um 10:00 vereinbart und ich warte seit 20 Minuten auf dich. 2. Ich bin wütend… 3. …weil Verbindlichkeit in der Arbeit für mich wichtig ist. Und weil ich die Sicherheit brauche, dass Terminvereinbarungen halten. 4. Können wir ausmachen, dass du mich in Zukunft immer sofort informierst, falls du einen Termin nicht einhalten kannst. Um diese vier Schritte in der Alltagskommunikation gut hinzubekommen, ohne dass unsere Sprech­weise künstlich wirkt, braucht es viel Übung. Es braucht auch gerade am Anfang einiges an Zeit um zu erforschen, welche Bedürfnisse uns eigentlich antreiben und steuern. Diese konzentrierte Aus­einandersetzung mit sich selbst gelingt oft nicht spontan und schon gar nicht in einer schwierigen, emotional aufgeladenen Gesprächssituation. Und es fällt auch ganz schön schwer, völlig trennscharf zwischen Beobachtung und Bewertung zu unterscheiden. Daher empfiehlt es sich, sich mit jedem Schritt einzeln zu beschäftigen. Konzentrieren Sie sich zwei Wochen lang darauf, Beobachtungen ohne Bewertung zu formulieren. Dann üben Sie zwei Wochen lang, Ihre Gefühle von Interpretationen zu unterscheiden. Die nächsten zwei Wochen ergründen Sie die Bedürfnisse hinter ihren Gefühlen. Zum Schluss nutzen Sie zwei Wochen, um konkrete Bitten zu formulieren.
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